Jeder Voerder Bürger haftet mit 156,75 Euro.

Mit dem gestrigen Ratsbeschluss beteiligt sich Voerde erneut an einem Versuch,  den Einfluss der Politik bei der örtlichen Sparkasse zu erhalten. Obwohl uns allen klar ist, dass es eben diese Lokalpolitiker waren, die ihre Funktion in den Aufsichtsgremien der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe sträflich vernachlässigt haben oder einfach nur überfordert waren. Während der Aufsichtsrat des größten deutschen Unternehmen, der Volkswagen AG, nur 20 Aufsichtsratsmitglieder hat, bleiben bei der fusionierten Sparkasse 33 Verwaltungsratsmitglieder noch weitere 5 Jahre im Amt. Die Parteien, die das Vorschlagsrecht für die Aufsichtsräte haben, finden erstaunlicher Weise die allerbesten Fachleute immer nur in den eigenen Reihen. Da diese Aufsichtspersonen allenfalls im Ausnahmefall über die Qualifikation verfügen, die komplexen Zusammenhänge eines Kreditinstitutes zu durchschauen, werden die zukünftigen Kontrolleure in (bezahlten?) „Crashkursen“ von der Sparkasse dazu ausgebildet. Man stelle sich einmal vor, ein Handwerksmeister würde einen Lehrling oder Gesellen in Crashkursen  fortbilden, damit dieser ihn anschließend bei der Führung seinen Handwerksbetriebes beraten und kontrollieren kann.
Jetzt hat der Rat noch einmal bestätigt, dass die Stadt Voerde für 6 Millionen Euro faule Kreditbürgschaften übernehmen wird. 6 Millionen Euro bei ca. 30.000 Einwohnern ergibt 200 Euro pro Kopf. Der Fairness halber rechnen wir auch mal mit gesicherteren Zahlen. Auf der Homepage der Stadt geht man von ca. 37.000 Einwohnern aus wenn das auch schon lange nicht mehr aktuell ist. Wenn wir die 5,8 Millionen Ausfallbürgschaften auf 37 Millionen Bürger umlegen, dann ergibt sich daraus eine Pro-Kopf-Bürgschaft in der Höhe von 156,75 Euro. Im Klartext haftet jeder Voerder Bürger, ob Kunde einer anderen Bank, ob Kleinkind oder Rentner, mit 156,75 Euro.

Author: visu-ell

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