Offen und ehrlich

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Offen gesagt: Die ehemalige Parkschule eignet sich sehr gut zur Unterbringung von hilfsbedürftigen Menschen. Bevor sich in der Meinung der Friedrichsfelder und der Anwohner eine negative Stimmung ausbreitet, sollte man klipp und klar sagen, was möglich ist und was geplant ist. Die Formulierung des Bürgermeisters in Bezug auf die Unterbringung von Flüchtlingen in der ehemaligen Parkschule („Wenn wir die Parkschule brauchen, dann wird das frühzeitig kommuniziert.“) ist nicht geeignet, Vertrauen zu schaffen. Im Gegenteil: „Frühzeitig ist jetzt!“

Wir sollen positiv dafür werben, dass wir Friedrichsfelder bereit sind, Menschen in Not zu helfen. Wie die Friedrichsfelder nach dem ersten Weltkrieg Flüchtlinge aufgenommen und integriert haben (Ich bin selber ein Friedrichsfelder Flüchtlingsenkelkind) und genauso wie unsere Eltern und Großeltern in der Nachkriegszeit Menschen aus dem Ruhrgebiet beim „Hamstern“ mit Lebensmitteln versorgt haben, sollten wir heute bereit sein, Menschen in Not zu helfen. Natürlich gibt es schwarze Schafe, aber es gibt auch unglaublich viele liebenswerte Menschen, die ganz Schlimmes erlebt haben oder die vor der Armut in ihrem Heimatland geflohen sind. Was ist da Schlechtes dran? Wer von uns würde nicht alles versuchen, wenn im eigenen Land Chaos herrscht und keine realistische Chance besteht, seine Familie zu ernähren? Man muss den Staaten, aus denen die Menschen fliehen Vorwürfe machen, aber man darf den einzelnen Menschen, die zu uns kommen, keinen Vorwurf machen. Und man darf sie auf keinen Fall in einen Topf werfen mit den wenigen kriminellen Ausnahmen, die es zweifellos auch gibt.

Ich werbe für ein offenes Friedrichsfeld und für einen ehrlichen Umgang mit der Flüchtlingsproblematik ohne Beschwichtigungen, ohne Schönfärberei und ohne Hinhalte-Taktik. („Wir werden das frühzeitig kommunizieren.“)

Author: visu-ell

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