Ohnmacht gegen Selbstbedienung

Die großem Fraktionen SPD und CDU haben im Dinslakener Stadtrat die Aufsichtsratsbezüge drastisch erhöht. In die Aufsichtsräte städtischer Unternehmen oder Beteiligungen werden fast ausschließlich Vertreter der beiden großen Fraktionen entsandt. Bei ihrer satten Mehrheit hielten sie es nicht einmal für nötig, ihren Beschlussvorschlag im Rat gegenüber den Ratsherren und gegenüber den Bürgern zu begründen. Ratsmitglieder mit gut dotierten Aufsichtsratsposten zeigen sich häufig spendenbereit gegenüber ihrer eigenen Partei. Ist es so abwegig, dahinter eine Art der versteckten Parteienfinanzierung zu vermuten?

Mich würde es reizen, konkrete Zahlen zu erfahren, wie viele Aufsichtsratsmitglieder wie viele Beschäftigte in den einzelnen Unternehmen „beaufsichtigen“. Vielleicht ist das eine Aufgabe für den investigativen Journalismus, diese Zahlen zu veröffentlichen. Auch würde mich interessieren, wie häufig sich ein gewähltes politisches Aufsichtsratsmitglied während der teuer bezahlten Sitzungen durchschnittlich zu Wort meldet oder ob es vielleicht sogar Aufsichtsratsmitglieder gibt, die auf solchen Sitzungen noch nie ein Wort gesagt haben.

Bei einem parteilosen Bürger, wie mir, verursacht eine derartig dreiste Selbstbedienungspolitik wie wir sie jetzt in Dinslaken erleben mussten, ein schmerzhaftes Ohnmachtsgefühl. Aus diesem Grunde suche ich Mitstreiter, die in Voerde die Initiative ergreifen, um z.B. in der Form eines Bürgerantrages darauf hinzuwirken, die Zahl der Aufsichtsratsmitglieder insgesamt deutlich zu reduzieren oder aber deren Bezüge auf „Null“ festzusetzen.

gez. Werner EllenbergerCartoon Aufsichtsrat

Author: visu-ell

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