Voerder Mehrheit will die Realschule dicht machen.

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Heute tagt der Schulausschuss von „Schilda“ am Niederrhein:
Heute fällt die Vorentscheidung: Man schließt eine funktionierende Realschule und reanimiert die schon einmal gescheiterte Gesamtschule. Die Folgen sind vorhersehbar: Die wiedergegründete Gesamtschule wird aus denselben Gründen scheitern, wie zuvor. Der Gutachter hatte die Gründe ihres Scheiteren zugegebenermaßen nicht einmal untersucht. Um die Gesamtschulenneuauflage überhaupt genehmigt zu bekommen, wird man weiterhin Schüler nach Hünxe abgeben. Mal abgesehen davon, dass Hünxe nur die „guten“ und die „braven“ Schüler annehmen wird, bleibt das Problem der Schülerauswanderung ungelöst. Die neue Gesamtschule wird allzuleicht wieder das Image der Resteschule bekommen. Eltern, die eine Realschule für ihr Kind wünschen müssen, nach Dinslaken oder Wesel abwandern. In Dinslaken wird ebenfalls eine Realschule geschlossen. Das heißt, die Kinder werden wieder größtenteils abgewiesen werden. Das Gymnasium Voerde sieht der Entwicklung heute noch gelassen entgegen, ohne zu merken, dass man ihm nur noch eine Galgenfrist gegeben hat. Da die reanimierte Gesamtschule wieder scheitern wird, wird man in ein paar Jahren mit derselben Begründung das Gymnasium auflösen, mit der man heute die Realschule schließt. Dann muss eben noch einmal eine schlechte Gesamtschule vor guter, aber lästiger Kunkurrenz geschützt werden.
Gutachter haben in Schilda (ach nein in Voerde) zur Schließung der Gesamtschule geraten. Gutachter raten heute zur Wiedereröffnung der Gesamtschule. Gutachter bestimmen die Politik in Voerde-Schilda. Ich könnte heulen.

Author: Ellenberger

0 thoughts on “Voerder Mehrheit will die Realschule dicht machen.

  1. Ich teile Ihre Einschätzung zum Thema „Neue Gesamtschule in Voerde“, auch wenn sich für uns die Frage der weiterführenden Schule zum Glück noch ein paar Jahre hinzieht. Ich habe die (naive) Hoffnung, dass sich bis dahin wieder einmal so ziemlich alles in der Schulpolitik geändert hat, das heute beschlossen wird.
    Aufgrund von vielen befreundeten Eltern, die ihre Kinder nach den Ferien auf die weiterführenden Schulen schicken, ist mir dieses Thema jedoch sehr nah. Meine Einschätzung der Situation sieht ebenfalls so aus, dass viele Eltern ihre Kinder nicht auf die Gesamtschule nach Hünxe schicken, weil ihnen grundsätzlich das Konzept einer Gesamtschule zusagt, sondern weil sie ihre Kinder dort gut aufgehoben wissen wollen. Viele haben die Sorge, dass Eltern von Kindern, welche grundsätzlich für den Besuch einer Hauptschule geeignet sind, ihre Kinder nunmehr an der Realschule anmelden. Und sie fürchten, dass sich dies auf Qualität und Anspruch der Realschule negativ auswirken könnte. Eltern, deren Kinder aktuell auf der Realschule sind, haben das mehrfach bestätigt und auch von der Überforderung der dortigen Lehrer gesprochen.
    Und was passiert nun, wenn die Realschule in Voerde zugunsten einer Gesamtschule schließt?
    Dann werden Schüler, die eine „Hauptschul- Empfehlung“ haben zukünftig die Gesamtschule Voerde besuchen und ich glaube, dass Eltern, die Sorge vor einem abfallenden Niveau an Schulen haben und Angst vor zu grossem Ausländeranteil und sozialen Auffälligkeiten von Mitschülern, ihre Kinder weiterhin in Hünxe anmelden. Zwar kann man es traurig nennen, dass viele Eltern sich sehr schnell von negativen Gerüchten oder Vorurteilen leiten lassen, aber im Alltag, und wenn es um das Wohlergehen der eigenen Kinder geht, scheint das nicht sehr selten vorzukommen. Und, ehrlich gesagt, finde ich es auch nachvollziehbar.
    Ich plädiere ebenfalls dafür, dass Eltern und Kindern in der Frage der Schulform möglichst viele Wahlmöglichkeiten gelassen werden. Das gilt übrigens auch für die Wahl von Grundschulen hier in Friedrichsfeld, wo es nunmehr nur noch eine Grundschule gibt und die nur jahrgangsübergreifend arbeitet.

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